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fondsweb.de - Tops und Flops der Fondsbranche: Freud und Leid 01.02.21 Meldung

(boerse-online) - In einigen Kategorien ließ sich 2020 viel Geld verdienen, andere brachten deutliche Verluste. Ein Blick zurück - und einer nach vorn. Von Christoph Platt, Euro am Sonntag

Die Bilanz der Fondsbranche für das vergangene Jahr fällt sehr unterschiedlich aus. Manche Produktkategorien verbuchten hohe Gewinne, während andere rote Zahlen schrieben. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Ratinghauses Morningstar hervor.

Zu den renditestärksten Kategorien 2020 zählten Aktienfonds für alternative Energien, Technologie, China und Edelmetalle. Bei chinesischen Aktien unterscheidet Morningstar zwischen Portfolios, die an der Börse in Hongkong kaufen, und solchen, die Börsen in Shanghai und Shenzen nutzen (A-Aktien). Unter den verschiedenen Anlagestilen stachen Manager hervor, die auf wachstumsstarke Aktien setzen (Growth-Strategie). Kategorien, die von deutschen Anlegern kaum genutzt werden, wurden bei der Auswertung weggelassen (z. B. Aktienfonds mit Schwerpunkt Taiwan oder Israel).

Die gute Wertentwicklung der Top-Kategorien spiegelt sich auch in den Kapitalbewegungen wider. Anleger steckten im vergangenen Jahr besonders viel Geld in Technologie- und Growth-Fonds. Darüber hinaus waren Fonds für chinesische Aktien begehrt.

Die Liste der schwächsten Kategorien führen Fonds an, die unmittelbar in den Markt für Energierohstoffe investieren. Typischerweise bilden sie die Preise für Futures auf die Rohölsorten Brent und WTI ab. Wegen der Turbulenzen am Ölmarkt lief es auch für Fonds schlecht, die Aktien von Energiekonzernen kaufen. Deutliche Verluste verbuchten zudem Aktienfonds für Lateinamerika, für Immobiliengesellschaften und für Länder, in denen die Branchen Energie (Russland, Österreich) und/oder Banken (Spanien, Großbritannien) stark vertreten sind.

Für 2021 benennt Morningstar zwei mögliche Szenarien und ihre Folgen für die verschiedenen Fondskategorien. Falls sich die Konjunktur dank der Nutzung von Impfstoffen gegen Covid-19 weiter erhole und die Notenbanken bei ihrem expansiven Kurs blieben, könnte sich der Trend der vergangenen drei Monate fortsetzen. Dann könnten die Gewinner des vierten Quartals auch künftig zu den Gewinnern zählen. Das würde bedeuten, dass die Sektoren Energie/Rohstoffe, Finanztitel, Aktien für Schwellenländer und Nebenwerte gute Chancen haben, weiter eine gute Performance zu liefern.

Setzen sich hingegen die Konjunkturerholung und der Optimismus der Anleger nicht fort, werden die zyklischen Sektoren, die zuletzt erfolgreich waren, wohl erneut unter die Räder geraten. Dann dürften Fonds für lang laufende Staatsanleihen, Edelmetalle, Versorger- und Technologie-Aktien sowie Growth-Fonds im Allgemeinen die Produkte der Wahl sein, so die Ratingagentur.



Quelle:
fondsweb.de